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Bindungsangst wieso leidet man darunter ?

Viele Menschen würden gerne in einer funktionierenden Beziehung leben, stehen sich hierbei jedoch selbst im Weg. Die Rede ist von der Bindungsangst. Leider sind wesentlich mehr Menschen davon betroffen, als man glaubt. Viele versuchen trotz Bindungsangst eine Beziehung, scheitern jedoch daran. Du denkst, du leidest auch unter Bindungsangst? Wir möchten die Anzeichen erklären und auch Tipps abgeben, wie du damit umgehen kannst.

Definition Bindungsangst

Im Grunde genommen ist der Begriff Bindungsangst selbsterklärend: In dieser Situation hat man Angst vor einer zu engen Bindung. Oft können die Betroffenen zwar eine Beziehung eingehen, verletzen ihren Partner jedoch mit einer zu starken Distanz. Sobald die Beziehung tiefer wird und der Partner mehr Zeit mit ihnen verbringen möchte, treten sie den Rückzug an.

Zwar führt dies nicht sofort zu einer Trennung, aber der Partner ist von dem Verhalten doch sehr irritiert und fühlt sich zurück gesetzt. In vielen Fällen werden Entschuldigungen für das Absagen eines Dates vorgebracht, bei denen es sich offensichtlich nur um Ausreden handelt.

Teilweise sind die Betroffenen nicht in der Lage, mit ihrem Partner zusammen zu ziehen und eine Familie zu gründen. Oft wird eine offene Beziehung geführt, bei der jeder tun und lassen kann, was er möchte. Oder es wird eine feste Beziehung eingegangen, aber immer mit getrennten Wohnungen. Größtes Merkmal einer Bindungsangst ist immer der Wunsch nach Freiraum und dass die gemeinsamen Stunden selten stattfinden. Hin und wieder wird sogar ein wochenlanger Rückzug angetreten.

Oft ist es so, dass die Betroffenen selbst unter der Bindungsangst leiden, weil sie den inneren Zwang spüren, eine räumliche Distanz herzustellen. Sie spüren die Ambivalenz zwischen dem Wunsch nach einer Beziehung und dem Drang nach Freiraum extrem deutlich und nehmen dieses Gefühl als unangenehm wahr.

Was man selbst tun kann

BindungsangstDu hast das Gefühl, dass du unter Bindungsangst leidest? Dann könntest du auf die Suche nach der Ursache gehen. Meist liegt der Grund in der eigenen Kindheit: Haben sich deine Eltern sehr früh getrennt?

Hast du dich damals verlassen gefühlt? Oder waren deine Eltern zwar zusammen, haben aber ständig gestritten? Wenn du über all dies nachdenkst, wird dir klar, wo deine Bindungsangst herkommt und du kannst aktiv dagegen vorgehen. Mache dir klar, dass es nichts mit dir zu tun hatte

. Nur weil deine Eltern nicht in der Lage waren, eine glückliche Beziehung zu führen, muss es bei dir nicht auch so sein. Vielleicht hast auch schon ein paar schlechte Beziehungen hinter dich gebracht und bist nun unsicher, ob die nächste funktioniert?

Was auch immer bei dir der Auslöser ist: Versuche, dagegen vorzugehen. Wenn du nun das Gefühl hast, wieder eine Distanz zu deinem Partner herzustellen, so bleibe in der Beziehung. Verziehe dich jetzt nicht in deine Wohnung, sondern verbringe mehr Zeit in der Beziehung. Schaffe bewusst schöne Stunden, an die du dich gerne erinnerst.

Natürlich kannst du Aktivitäten vorschlagen, die dich ablenken und bei denen du dich teilweise vom Partner lösen kannst: Geht zusammen wandern oder ins Schwimmbad. Hier findest du immer wieder Möglichkeiten, dich kurzfristig zu trennen.

Wichtig ist, dass du dich selber zwingst, in der Beziehung zu bleiben und deinen Fluchtinstinkt unterdrückst. Es wird am Anfang mit Sicherheit nicht einfach sein, aber mit der Zeit lernst du, dass es nicht schlimm ist. Gehe hier langsam vor und steigere dich langsam. Wenn du gerne auf räumliche Abstand gehen möchtest, dann bleibe noch eine halbe Stunde und steigere diese Zeit nach und nach. In ein paar Monaten wird es dir nicht mehr schwerfallen, ein paar Tage länger zu bleiben.

Was die Partnerin tun kann

Die Beziehung mit einem Partner, der unter Bindungsangst leidet, ist nicht einfach. Oft denken die Partner, dass sie etwas falsch machen und dass es nur an ihn läge. Daher solltest du dir in diesem Fall klar machen, dass nicht du das Problem bist, sondern dein Partner mit der Bindungsangst.

Du musst jetzt sehr stark sein und viel Verständnis aufbringen. Reagiere nicht verärgert, wenn dein Partner wieder flüchtet, sondern nutze die Zeit, die dir bleibt. Erledige Dinge, die du schon lange vor dir herschiebst oder treffe dich mit Freunden. Je sinnvoller du diese Zeit nutzt, umso mehr freust du dich darüber.

Du kannst auch versuchen, deinen Partner mehr an dich zu binden. Schaffe schöne Zeiten: Verbringe gemeinsam mit deinem Partner dessen Hobbys und besuche seine Verwandten. Gehe auf seine Wünsche ein und mach ihm klar, dass es mit dir sehr schön ist. Alles, was er ohne dich machen könnte, kann er auch mit dir machen. Das muss ihm bewusst werden.

Lade ihn zum Mittagessen ein und wenn er dann gehen möchte, schlage einen Spaziergang vor. Setze ihn aber auch immer wieder vor die Tür, damit er sieht, wie viel Verständnis du für ihn hast. Locke ihn mit einem gemeinsamen Wochenende aus der Reserve und fahre mit ihm in Urlaub. Solltest du zusammen ziehen wollen, so muss dein Partner wissen, dass er immer ein eigenes Zimmer und ausreichend Freiraum haben wird.

So gelingt die Beziehung trotz Bindungsangst

Eine Beziehung kann trotz Bindungsangst funktionieren. Ausschlaggebend ist, dass alle Beteiligten sich langsam an dieses Thema wagen:

  • Über das Problem sprechen. Nur so wird die Partnerin nicht verletzt.
  • Die Freiräume sollten langsam verkürzt werden. Je nach persönlicher Situation sollten keine Wochen oder Tage zwischen den Treffen liegen. Wichtig ist auch, die gemeinsame Zeit zu steigern. Meist verbringen Betroffene nur ein paar Stunden mit ihrem Partner. Diese Zeit sollte auf einen kompletten Tag plus Nacht ausgedehnt werden.
  • Die gemeinsame Zeit muss sinnvoll genutzt werden: Gemeinsame Hobbys, Verwandte besuchen. Es darf keinesfalls Langeweile aufkommen.
  • Den an Bindungsangst leidenden Partner locken: Für ihn kochen, seine Freunde einladen oder über das Wochenende wegfahren.
  • Zwischendurch sollte das Bedürfnis nach Freiraum gewährt werden. In dieser Zeit keinen Kontakt halten, damit kein Gefühl der Bedrängnis aufkommt.
  • Meist ist ein Zusammenleben nicht möglich. Falls doch, sollte jeder sein eigenes Zimmer und einen eigenen Hobbyraum haben. Die gemeinsamen Stunden dürfen dann nicht zu lange dauern – auch hier immer wieder unterbrechen.
  • Es darf nichts mit „Gewalt“ erreicht werden. Der an Bindungsangst leidende muss das Gefühl haben, dass er die Beziehung intensivieren möchte.

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