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Schluss machen trotz Liebe

Schluss machen trotz Liebe

Wir alle sehnen uns nach Liebe und Geborgenheit, wir träumen von einer erfüllenden Beziehung und suchen den Menschen, der an unserer Seite das Leben mit uns teilen will.

Vielleicht hast du auch schon mit etwas Neid auf Paare geschaut, vielleicht warst du auch schon mal verzweifelt, weil die Partnersuche einfach nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Wenn du dann endlich einen Partner gefunden hast, der Wunsch nach Zweisamkeit also erfüllt wurde, dann würdest du doch alles tun, um an dieser Erfüllung festzuhalten, richtig?

Leider tun wir das viel zu oft.

Dabei gibt es viele Gründe, warum du trotz Liebe besser Schluss machen solltest. Was zunächst ein bisschen widersprüchlich klingt, erklären wir dir in den folgenden Punkten. Falls du schon in einer Beziehung steckst, die dich nicht glücklich macht, dann sind die nächsten Punkte auch für dich wichtig.


Inhaltsverzeichnis


8. Gründe, warum Schluss machen trotz Liebe der einzig sinnvolle Schritt ist

8. Gründe, warum Schluss machen trotz Liebe der einzig sinnvolle Schritt ist

1. Ihr habt nicht die gleichen Ziele.

Wenn du mit diesem Menschen wirklich dein Leben verbringen möchtest, dann sollten die wichtigen Ziele im Leben übereinstimmen, oder zumindest miteinander vereinbar sein.

Für vieles lassen sich Kompromisse finden; manche Ziele wiederum kann man nur teilen. Wir haben dir hier ein paar Beispiele aufgelistet und die Kompromisslösung gleich dazugeschrieben:

Ziel: Eigenheim
Kompromisslösung: vertraglich die finanzielle Unabhängigkeit sichern beim Immobilienkauf
Ziel viel reisen
Kompromisslösung: eine größere Reise pro Jahr gemeinsam, den restlichen Reisebedarf mit Freunden stillen
Ziel: auswandern
Ziel: auswandern Kompromisslösung: im Ausland immer wieder längere Zeit am Stück verbringen; eigenes Ferienhaus kaufen, das immer freisteht; in der Rente im Ausland überwintern
Ziel: viele kulturelle Angebote wahrnehmen
Ziel: viele kulturelle Angebote wahrnehmen Kompromisslösung: ein Angebot zusammen auswählen, den restlichen Bedarf mit anderen Menschen abdecken
Ziel: eigenes Haustier
Ziel: eigenes Haustier Kompromisslösung: Pflegetiere; Tiere, die nicht viel Aufwand bedeuten
Ziel: Kinder
Ziel: Kinder Kompromisslösung: Machen wir uns nix vor, die gibt es hier nicht!

2. Die Sucht bestimmt den Alltag.

Die Sucht bestimmt den AlltagDein Partner ist der liebevollste, lustigste und anziehendste Mensch der Welt für dich? Wenn doch da bloß nicht diese Alkoholsucht, Spielsucht oder eine andere Drogensucht wäre!

Die ist aber da.

Und muss bekämpft werden. Das geht aber nur zusammen. Wenn dein Partner beratungsresistent ist und sich nicht helfen lassen will, dann lass du dir helfen und nimm diesen Rat an: Mach Schluss trotz aller Liebe dieser Welt!

Studien zeigen, dass die Partner von Suchtkranken nach einer Weile die gleichen psychischen Schäden zeigen wie die Suchtkranken selbst. Manchmal muss der Süchtige allein ganz unten ankommen, um sein Leben zu ändern und von vorn anfangen zu können.

Du kannst ihm in dieser Zeit als Freund und vertrauter beistehen, aber nicht als Partner.


3. Es herrscht absolut tote Hose.

Falls euer letztes erotisches Abenteuer schon ein paar Wochen her ist, musst du jetzt nicht gleich panisch werden. In Langzeitbeziehungen lässt die sexuelle Anziehungskraft nun mal im Laufe der Jahre nach.

Das ist normal! Außerdem haben wir Jobs, Kinder, Hausarbeit, Sorgen, Freuden, Freunde und noch Tausende anderer Dinge, die uns manchmal vom Schäferstündchen abhalten.

Wichtig ist nur, dass die Tür offen bleibt. Wenn ihr es schafft, auch nach Wochen der Enthaltsamkeit dort weiterzumachen, wo ihr beim letzten Mal aufgehört habt, dann mach dir keine Sorgen. Schließlich definiert jedes Paar für sich selbst das richtige Maß.

Schwierig wird es, wenn Sex eine Hürde darstellt, die ihr beide nicht bewältigen könnt, sei es aus Scham, aus Desinteresse oder weil wirklich jede Anziehung verloren gegangen ist.


4. Du bekommst nicht, was du verdienst.

Du bekommst nicht, was du verdienstWas verdienst du? – Nur das Beste! Genau wie dein Partner.

Ihr seid da, um euch gegenseitig glücklich zu machen. Falls du zu den großzügigen Menschen gehörst und dazu neigst, zu schnell zu verzeihen, dann haben wir hier eine Checkliste von Dingen für dich, die du auf keinen Fall zu schnell verzeihen solltest:

  • Partner lügt
  • Partner äußert sich abschätzig dir gegenüber
  • Partner findet für alles Zeit, aber nicht für euch beide.
  • Partner verhält sich respektlos.
  • Partner sieht die Partnerschaft als gegeben, als selbstverständlich an.
  • Partner verheimlicht vieles.
  • Partner nimmt dich und deine Wünsche nicht ernst.
  • Partner betrügt dich.
  • Partner steht nicht zu dir.
  • Partner hilft dir nicht.
  • Partner lässt dich nicht teilhaben an seinem Leben.
  • Partner ignoriert dich.

Hast du bei diesen 12 absoluten No-Gos bei mehr als 6 ein Häkchen machen können? Dann wird es höchste Zeit, die Beziehung ernsthaft infrage zu stellen.


5. Ihr teilt nicht die gleichen Werte.

Während die gleichen Ziele viel über eure Zukunft aussagen, sprechen die Werte für euer Hier und Jetzt. Natürlich lassen sich auch hier Kompromisse finden und Ansichten können sich auch ändern.

Wenn dir aber zu viele Beispiele bekannt vorkommen, dann bedeutet das für dich, dass Handlungsbedarf besteht.

Beispiele:

DU: Du lebst vegan oder vegetarisch aus Überzeugung.

PARTNER: Für ihn gilt das Motto: Fleisch ist mein Gemüse! Eine Mahlzeit ist für ihn nur vollständig, wenn darin Fleisch oder andere tierische Produkte enthalten sind.

DU: Du bist politisch engagiert und es ist dir wichtig, was in der Welt vor sich geht.

PARTNER: Für ihn kommen die wichtigsten Nachrichten in der Sportschau und Wählen hält er für Zeitverschwendung.

DU: Du bist ein absoluter Familienmensch und liebst es, deine Verwandten zu besuchen und einzuladen.

PARTNER: Er hat kaum Kontakt zu seiner Familie, und wenn ein Besuch bei deiner ansteht, erfindet er eine Ausrede.

DU: Du achtest auf deine Umwelt, versuchst möglichst wenig Schaden anzurichten und nimmst dafür auch Einschränkungen in deinem Komfort in Kauf.

PARTNER: Er würde am liebsten jede Reise mit dem Flieger unternehmen und mit dem Auto zum Briefkasten fahren.

Diese Beispiele sind natürlich keine Einbahnstraßen. Auch du kannst der negative Part sein. Dann solltest du dich fragen, wie sehr das deinen Partner einschränken könnte.

Versucht, gemeinsam Lösungen zu finden, macht euch gegenseitig klar, was euch wirklich wichtig ist und bei welchen Dingen ihr auch mal ein Auge zudrücken könnt.


6. Dein Partner kann keine Nähe ertragen.

Dieses Problem haben tatsächlich mehr Menschen, als man denkt. Natürlich gibt es unterschiedlich starke Ausprägungen. Der eine braucht sehr viel Rückzugsmöglichkeiten und Zeit für sich, der andere bekommt Schnappatmung, wenn man das Thema „gemeinsame Wohnung“ anspricht.

In vielen Fällen hilft es, den anderen nicht unter Druck zu setzen und ihm Zeit zu geben. Wenn dein Partner unter Bindungsangst leidet, tust du euch beiden keinen Gefallen, immer wieder vom Zusammenziehen zu sprechen.

Setz dir lieber innerlich einen Zeitraum, der für dich vertretbar ist. Wenn sich danach noch nichts bei ihm geändert hat und er sich nicht auf das Thema einlassen möchte, musst du dich fragen, ob getrennte Wohnungen für dich ein Modell sein könnten, mit dem du gut leben kannst.

Wenn dein Partner aber auch im Alltag mit Nähe Probleme hat, wenn er z. B. keinerlei Zärtlichkeiten zulassen kann oder sich verbal nicht öffnen kann, dann braucht er vielleicht professionelle Hilfe.


7. Vertrauen und Vertrautheit sind zerstört.

Vertrauen und Vertrautheit sind zerstörtWenn man „Vertrauen“ liest, denkt man natürlich sofort an einen Seitensprung. Das stimmt, so ein Betrug kann das Vertrauen in einer Beziehung zerstören.

Was aber tatsächlich noch häufiger passiert, ist, dass man sich auseinanderlebt und deswegen zwischen den Partnern keine Vertrautheit mehr besteht.

Über die Jahre wird man sich unter einem Dach fremd. Man teilt immer noch Tisch und Bett, aber keine Gefühle und Gedanken mehr.

Diesen Graben kann man nur durch sehr viel Nähe wieder überqueren; viele schaffen das nie. Wenn du also das Gefühl hast, dass dein Partner dir eigentlich fremd ist; wenn du dich nicht traust, die Dinge, die dich zutiefst bewegen, mit ihm zu teilen, dann suche (nein, noch nicht das Weite) das Gespräch.

Nur zusammen könnt ihr diese Probleme angehen. Ob es euch gelingen wird, kann man nie wissen, aber der Versuch selbst könnte euch schon näher zusammenbringen.


8. Die Beziehung bringt mehr Leid als Freud.

Wir sprechen hier nicht über vereinzelte Phasen, in denen die Beziehung belastet ist und du deswegen leidest.

Stress im Job, der Verlust oder die Krankheit eines lieben Menschen, Streit im Privatleben und viele andere Faktoren können dazu beitragen, dass wir uns traurig und unwohl fühlen.

Das ist zwar keiner Beziehung dienlich, kann aber ein starkes Band nicht wirklich zerreißen. Wovon hier die Rede ist, sind die grundlegenden Eigenschaften der Beziehung.

Wenn dein Partner grundsätzlich keinen Rückzugsort für dich darstellt, nicht der Mensch ist, dem du dich anvertrauen möchtest und dessen Gesellschaft du nicht allen anderen vorziehst, dann liegt es auf der Hand, dass die Beziehung dich nicht glücklich macht.

Wenn dann auch noch Probleme dazukommen, wie jene, die wir in den vorangegangenen Punkten angesprochen haben, dann bist du dauerhaft in einem Leidenszustand, der dich krank machen kann. Auch wenn es hart ist, geh, bevor es zu spät ist!


Warum es besser sein kann, sich trotz Liebe zu trennen

Wenn du dich hier sehr oft wiedererkannt hast und das Gelesene dich berührt hat, dann weißt du innerlich wahrscheinlich schon, was der richtige Weg ist.

Ihn zu gehen, ist natürlich noch mal ein ganz anderes Kapitel. Wir wissen, dass dieser Weg Mut und Kraft braucht. Bei manchen sogar schier unmenschlich viel davon, weil sie vielleicht finanziell abhängig vom Partner sind, außer ihm kaum jemanden im Leben haben oder einfach seit 30 Jahren an ihn gewöhnt sind.

Solche Entscheidungen müssen reifen; auch wenn es manchmal so aussieht, als wären sie über Nacht getroffen worden, steckt meist ein sehr langer und komplexer Prozess dahinter.

Diese Zeit sollst du dir auch nehmen; es sei denn, du steckst in einer absolut prekären Lage und erlebst Gewalt. Dann gibt es keinen „richtigeren“ Moment zu gehen als sofort.

Bevor du gehst, solltest du das Gespräch suchen. Auch das ist ein Prozess; manchmal muss man über Monate hinweg dieselben Dinge wieder und wieder durchkauen. Das wusste schon Konrad Lorenz in seinem Modell zum Dilemma unserer Kommunikation:

  • Gedacht ist nicht gesagt,
  • gesagt ist nicht gehört,
  • gehört ist nicht verstanden,
  • verstanden ist nicht gekonnt,
  • gekonnt ist nicht gewollt,
  • gewollt ist nicht angewandt,
  • angewandt ist nicht beibehalten.

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